Geschichte des Schützlings

Piotr wuchs unsichtbar auf

Die Aufnahme eines neuen Schützlings im Haus des Heiligen Lazarus

Aufnahme eines neuen Schützlings ins Heim. Sieh diesen Schatten – unsichtbar.

Erst letzte Woche stand ich noch in der Tür unseres Büros in der Heimstatt des Heiligen Lazarus Nr. 4, als ich Piotr kennenlernte. Der erste Mensch, der im Rahmen der Kooperation mit der Justizvollzugsanstalt in Koziegłowy zu uns kam. Er setzte sich mir gegenüber und begann zu sprechen. Ich hörte schweigend zu, und mein Herz zog sich immer fester zusammen.

Seine Geschichte begann, bevor er sie selbst schreiben konnte.

Das Elternhaus von Piotr roch nach Alkohol und der Stille nach den Streitigkeiten. Die Eltern – in ihrer beruflichen Arbeit versandet, in ihrem eigenen Schmerz verloren – hatten keine Augen für ihren Sohn. Piotr wuchs unsichtbar auf. Als er vierzehn Jahre alt war, wurden ihm Drogen verabreicht. Zum ersten Mal spürte er, dass etwas in ihm aufhörte zu schmerzen. Er begann zu fliehen – zuerst von zu Hause, dann vor sich selbst. Häufige Ausflüge von zu Hause, um für einen Moment zu vergessen, Ruhe zu haben, die Streitigkeiten nicht hören zu müssen, wenn die Eltern zu viel Alkohol getrunken hatten.

Als er achtzehn war, verließ er das Haus und kam nie wieder. Er wählte Drogen statt Realität, weil die Realität nie freundlich zu ihm war. Irgendwo auf dem Weg tauchte Alkohol auf. Irgendwo auf dem Weg – Magda. Und ein Kind. Ein kleiner Mensch, der einen Vater verdiente.

Aber Piotr ertrank.

Es kam der Tag, an dem er nicht mehr auslaufen konnte. Selbstmordversuch. Psychiatrische Abteilung. Und irgendwo draußen – in Magdas Bauch wuchs neues Leben. Er wollte besser sein. Er wollte Geld verdienen, seinen Kindern und seiner Partnerin ein Auskommen sichern, reparieren, was er zerstört hatte. Stattdessen fand er einen Abkürzer. Der Handel mit Drogen und gefälschter Kleidung sollte eine Möglichkeit sein, viel Geld zu verdienen. Es endete hinter Gittern im Gefängnis. Drei Jahre – in verschiedenen Facetten, in verschiedenen Anstalten – drei Jahre aus einem Leben gerissen, das er ohnehin nie ganz ausgekostet hatte.

Heute lebt Piotr im Haus des Heiligen Lazarus.

In seinen Augen ist kein Triumph. Da ist etwas anderes – die Vorsicht eines Mannes, der zu oft gefallen ist, um leichtgläubig zu sein. Aber da ist auch noch etwas anderes. Funke. Klein, zerbrechlich, aber lebendig.

Das ist ein Neuanfang. Wie er selbst sagte – Das Haus des Heiligen Lazarus ist das erste nüchterne Haus in seinem Leben.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Ohne die Spender hätte Piotr nirgendwo zum Zurückkehren.

Die St. Lazarus-Kathedrale existiert dank Menschen, die glauben, dass niemand die Straße verdient. Ihre Spende gibt dem flackernden Funken in Piotrs Augen die Chance, zu einem echten Feuer zu entfachen.

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