Grzegorz, 62 Jahre

Er wollte seine Tochter nach vielen Jahren sehen und ihr Weihnachtsgrüße überbringen. Seine Tochter erwartete keine Besuche von ihrem Vater. Als sie ihn sah...

Grzegorz ist ein Mann, der noch vor kurzem jeden Tag auf dem kalten Bürgersteig vor der Kirche in Sopot saß, wobei sein Blick mehr auf das Kopfsteinpflaster als auf die Menschen gerichtet war.

Bevor die Stiftung kontaktiert wurde, war sein Leben eine endlose Abfolge von Tagen, in denen die größte Errungenschaft eine Bank, ein Stück Pappe und eine Flasche war, die den Schmerz für einen Moment betäubte. Passanten eilten an ihm vorbei – einige aus Mitleid, andere aus Wut, die meisten ohne einen Blick. Mit jedem Tag glaubte Grzegorz immer mehr, dass es immer so sein würde und dass sein Leben ein stilles, kaltes Urteil ohne Berufung sei. Es war das Jahr 2021.

Das Jahr 2023 ist angebrochen. Unser Schützling wagte es kurz vor Weihnachten, in seine Heimatstadt zu reisen. Er wollte seine Tochter nach vielen Jahren sehen und ihr Weihnachtsgrüße überbringen. Seine Tochter hatte mit dem Besuch ihres Vaters nicht gerechnet. Als sie ihn sah, schlug sie überrascht die Tür vor seiner Nase zu. Zwischen ihnen gab es zu viele Wunden. Zu viel war passiert. Außerdem war sie auf einen solchen Besuch nicht vorbereitet. Grzegorz konnte sich nicht fassen. Er brach seine Abstinenz, er war in einem wöchentlichen Rausch.

Die Kollegen vom Haus des Heiligen Lazarus waren beunruhigt, als Gregor nicht zurückkam. Wir begannen, ihn zu suchen. Schließlich, als Gregor gefunden wurde und erzählte, was passiert war, nahmen ihn die Mitbewohner mit offenen Armen im Haus auf. Nach Rücksprache mit seinem Therapeuten nahm Gregor eine ambulante Therapie auf (nicht stationär auf Station). Sein Arbeitgeber strich ihn nicht. Als er hörte, was passiert war, entließ er ihn nicht, sondern gab ihm eine weitere Chance.

Grzegorz arbeitet bis heute dort. Er ist einer der Schützlinge, für die das Haus des Heiligen Lazarus ein Haus fürs Leben ist. Grzesiu ist krank – als er auf der Straße lebte, hatte er Tuberkulose. Die Krankheit hat ihm die Hälfte seiner Lunge genommen. Aber er gibt nicht auf. Er ist ein Multitalent! Wir haben für ihn eine Werkstatt im Keller des Hauses des Heiligen Lazarus Nr. 2 eingerichtet.. Seine Welt, sein Weg zur Nüchternheit. Heimwerken macht ihm Freude! Grzegorz ist wieder im Leben!

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